Ergebnisse zum Prüfungsbericht des Azubiwerks sind ein schlechter Witz
Der Entschließungsantrag „Azubiwerk auf den Weg bringen und Strukturen für Auszubildende in Thüringen langfristig verbessern“ (DRS 8/2623) wurde mit dem letzten Haushalt 2026/27 im Dezember 2025 auf den Weg gebracht. Dieser forderte die Landesregierung auf, bis Juni 2026 die Einrichtung eines Azubiwerks zu prüfen. Den nun vorliegenden Prüfungsbericht der Brombeere kommentiert Linda Stark, Abgeordnete der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag und Sprecherin für Jugend- und Ausbildungspolitik, wie folgt: „Die Ergebnisse dieses Berichtes sind ein schlechter Witz. Es wird oberflächlich und aus rein finanzieller Perspektive auf das Thema Azubiwerk geschaut, ohne dabei die Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung zu berücksichtigen. Junge Menschen, die eine Berufsausbildung in Thüringen machen, brauchen endlich politischen Rückhalt. Es muss geklärt werden, wie Wohnraum- und Unterstützungsangebote für Auszubildende in ganz Thüringen unter einem Dach gestärkt werden können, ohne Doppelstrukturen aufzubauen. Dazu gehört auch eine jährlich stattfindende Auszubildendenkonferenz. Dass die institutionelle Unterstützung von Auszubildenden möglich ist, beweisen die Azubiwerke in München, Hamburg und Bremen“, so die Abgeordnete.
Im Februar 2026 hatte zudem das Bundesland Schleswig-Holstein für die Errichtung eines Azubiwerks gestimmt. Die dort ansässige IHK hatte den Schritt ausdrücklich begrüßt. „Schleswig-Holstein zeigt uns, dass es auch anders geht. Wer junge Menschen motivieren will, muss ihre Interessen und Anliegen ernst nehmen. Nur durch warme Worte der Landesregierung verbessert sich das Lebensgefühl nicht. Die offensichtliche Nicht-Priorisierung der jungen Generation, wie die Diskussionen um das Social-Media-Verbot und die BAföG-Reform, zeigen, wie wenig Interesse Politik an jungen Menschen hat. Anstatt über sie zu entscheiden, braucht es Teilhabe und echtes Interesse“, fasst Stark zusammen.

