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Pressemitteilung: Kein Kulturgut für Höckes Kulturkampf

Am 11. Juni erfolgte eine Debatte im Bundestag über Kleinkrafträder von Simson aus Suhl. Der von der AfD eingebrachte Antrag versucht die weitergehende Instrumentalisierung der Marke Simson, die die Thüringer AfD bereits im Wahlkampf 2024 einsetzte, um ihren Kulturkampf zu betreiben. Vor dem jüdischen Hintergrund der Marke Simson, den durch die Nazis an der Familie begangenen Verbrechen und der sozialistischen Identität der Fahrzeuge ist dies zutiefst verwerflich und widersprüchlich.

Dazu erklärt Donata Vogtschmidt, Thüringer Abgeordnete im Deutschen Bundestag:

„Die AfD treibt beim Thema Simson Mopeds einen besonders verlogenen Populismus und eklatante Widersprüche ihrer Politik auf die Spitze. Sie benutzt ein sozialistisches Erzeugnis mit dem Namen einer jüdischen Familie, die von den Nazis vertrieben wurde, um ihren Kulturkampf zu betreiben. Das verurteile nicht nur ich, sondern auch die Familie Simson, die heute in den USA lebt.

Dabei handelt es sich bei den Simson-Mopeds sehr wohl um ostdeutsches Kulturgut und ihre Beliebtheit bis heute ist kein Zufall: Simson-Kleinkrafträder sind leicht reparierbar, frei anpassbar und sehr funktional konstruiert. In einer Gesellschaft des Neoliberalismus, wie sie die AfD anstrebt, wären solche Produkte jedoch undenkbar. Die Simson ist ein rollendes Denkmal dafür, dass es auch ohne Kapitalismus geht.

Simson-Kleinkrafträder profitieren auch von einer Ausnahmeregel, dass sie wie zu DDR-Zeiten weiterhin 60 km/h statt die üblichen 45 km/h fahren dürfen. Aus Gründen des Verbraucher:innenschutzes fordere ich eine Verwaltungsvorschrift, mit der das Kraftfahrt-Bundesamt von genauen Einzelfallprüfungen absieht und somit möglichen Sonderfällen wie Export-Simsons nicht mehr nachgeht. Das wäre politisch vertretbar, da Export-Simsons nicht stärker als die entsprechende DDR-Ausführung motorisiert waren. Die AfD hingegen versagt beim Versuch, eine sinnvolle Lösung zu finden. Sie fordert faktisch eine Änderung des Einigungsvertrags, was absurd ist. Es scheint, die Antragsteller:innen können weder lesen noch schrauben.

Es ist unsere Aufgabe, dem Missbrauch der Marke und des Namens Simson entgegenzuwirken und der Geschichte der Familie und des Produkts mit Respekt zu begegnen."

Link zu meiner Rede vom 11.06.26: https://www.bundestag.de/mediathek/video?videoid=7654189

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